Berufliche Neuorientierung mit 45

Noch heute gehen mir manchmal Gedanken durch den Kopf wie „Hätte ich mich doch viel früher dazu entschlossen, den Schritt zu wagen und meine berufliche Neuorientierung mit 45 aktiv zu gestalten.“ Hätte, hätte, hätte …
Dass ich von dieser Zeit im Konjunktiv spreche und mich aus jetziger Sicht erst sehr spät dazu bewegt habe, meine Situation zu ändern, liegt daran, dass ich damals ziemlich festgefahren war. Festgefahren im Leben. Die Frage „Gehen oder bleiben?“ stellte sich mir gar nicht, das „Bleiben“ war in meinen Augen optionslos.
Wie sehr dies der Fall war, wird mir erst heute so richtig bewusst – vor allem, wenn ich an Gelegenheiten und Ereignisse denke, in denen ich als berufstätige Mama im Vollzeit-Job an meine Grenzen geriet.
So kann ich den stechenden Schmerz noch immer fühlen, der mich in der Brust packte, als ich am Firmenaufzug wartete, weil die Kita kurz vorher angerufen hatte. „Ihr Kind ist krank“, hieß es. Und das bedeutete nichts anderes, als dass ich eine Fahrt zur Kita durch Berlin bis Potsdam antreten musste. Mindestens zwei Stunden würde es in Anspruch nehmen, bis ich endlich bei meinem Sohn sein würde.
Es waren aber auch alltägliche Begebenheiten und Empfindungen, die mir schon früher hätten deutlich machen müssen, dass sich in meinem Leben etwas ändern muss. Wie sich etwa bei der täglichen Autofahrt ins Büro und beim gedanklichen Durchgehen der verschiedenen Termine anstelle von Vorfreude ein flaues Gefühl von Druck einstellte. „Was mag heute alles kommen … Umsatzrückgang, Meeting, … Welche Katastrophen erwarten mich wohl an diesem Tag?“, waren nur einige der Gedanken, die mir regelmäßig durch den Kopf gingen.